1. Medizinische Universität Wien
2. Medizinische Universität Graz
3. Medizinische Universität Innsbruck
4. Johannes Kepler Universität Linz

Medizinische Universität Wien

Das Studium der Humanmedizin an der MedUni Wien ist in 3 Abschnitte unterteilt und gliedert sich in Blöcke und Lines. Ein Semester beinhaltet für gewöhnlich ca. 3 Blöcke und 2-3 parallel laufende Lines. Die Lines vermitteln praktische Fähigkeiten wie Untersuchungstechniken, ärztliche Gesprächsführung oder Blutabnahme. Die Blöcke umfassen immer ein Themengebiet oder ein Organsystem. Im Rahmen der Blöcke finden Vorlesungen, Praktika und Seminare statt und sie werden am Ende eines Semesters oder Jahres in den SIPs (summative integrative Prüfungen), multiple Choice Prüfungen, abgeprüft.

Der erste Abschnitt stellt gleichzeitig auch das erste Jahr dar. In den Blöcken werden die Grundlagen der Humanbiologie, Biochemie, Genetik und Physiologie vermittelt. Die Lines des ersten Jahres beinhalten ein Praktikum in einem Pflegeheim, einen Erste-Hilfe Kurs, das Erlernen von physikalischen Untersuchungstechniken und das problemorientierte Lernen. Letzteres ist eine wöchentliche Lehrveranstaltung in dem medizinische Beispielfälle in der Gruppe mit einem Tutor besprochen, diskutiert und recherchiert werden. Nach dem 1. bzw. 2. Semester findet die SIP1a bzw. SIP1b statt.

Der zweite Abschnitt übergreift das 2. bis 4. Studienjahr. In diesem Abschnitt lernen die Studierenden über Krankheiten und andere krankhafte Prozesse im Körper. Hier gehören Seminare zur Pharmakologie und zum wissenschaftlichen Arbeiten zum Stundenplan. Die Lines beinhalten unter anderem fortgeschrittene Reanimationsübungen, Kurse zu ärztlichen Fähigkeiten wie Wundversorgung, Verhalten im OP, etc. und den Sezierkurs, der sich über drei Semester erstreckt. Nach dem 2. und 3. Jahr legt man die SIP2 bzw. SIP3 ab und im Februar des 4. Jahres schreibt man die SIP 4a (eine SIP4b existiert jedoch nicht). Außerdem kann man nach dem 2. Jahr famulieren. Famulaturen sind Praktika in Krankenhäusern oder Ordinationen. Im Laufe des Studiums muss man mindestens 3 Monate famuliert haben.

Der 3. Abschnitt stellt das 5. und 6. Jahr dar und läuft zu großen Teilen im Krankenhaus ab. Im 5. Jahr verbringt man die Vormittage mitarbeitend im Krankenhaus und am Nachmittag finden dazu passende Seminare statt. Am Ende des Jahres schreibt man seine letzte SIP, die SIP5a.

Das 6. Jahr, auch das klinisch-praktische Jahr (KPJ) genannt, spielt sich dann ausschließlich im Krankenhaus ab. Man verbringt 48 Wochen in unterschiedlichen Abteilungen und Krankenhäusern und arbeitet im Ausmaß von 35 Wochenstunden mit. Als letzte abschließende Prüfung absolviert man nach dem KPJ die sogenannte Return-Week.

Für gewöhnlich beginnt man ab dem 4. Jahr auch das Verfassen einer Diplomarbeit. Hat man sowohl die Diplomarbeit, als auch alle SIPs und die Return-Week positiv absolviert, darf man sich Dr. med. univ. nennen.

Das Studium der Zahnmedizin läuft in den ersten 4 Semestern fast ident ab. Ab dem 3. Jahr trennen sich die Wege und die Zahnmediziner absolvieren ab nun speziell zahnmedizinische Blöcke (Blöcke Z1 bis Z9). Der 3. Abschnitt beginnt auch schon etwas früher, nämlich mit dem 4. Jahr. Im 5. Jahr beginnen die Studierenden dann das 72-Wochen Praktikum, welches an der Universitätszahnklinik Wien absolviert wird. Nach abgegebener Diplomarbeit, der Z-SIP 6 und der mündlich-kommissionellen Prüfung darf man sich Dr. med. dent. nennen.

 

Medizinische Universität Graz

Ähnlich wie in Wien, ist das Humanmedizinstudium in Graz in 3 Abschnitte mit, analog zu den Blöcken und Lines, Modulen und Tracks. Ein Semester umfasst gewöhnlich 2-3 Module und eine Vielzahl an Tracks. Auch hier vermitteln die Tracks die praktischen Fähigkeiten, während die Module themenzentrierte Vorlesungen, Seminare und Übungen beinhalten. Anders als in Wien gibt es keine Semester- oder Jahresabschlussprüfung, sondern einzelne Modulprüfungen nach jedem Modul.

Der erste Abschnitt dauert 4 Semester. Er vermittelt naturwissenschaftliches und medizinisches Grundlagenwissen, welches im Verlauf des weiteren Studiums benötigt wird. Auch ein Erste-Hilfe Kurs, die Famulaturlizenz und ein Track zur ärztlichen Gesprächsführung gestalten den Studienplan. Später kommen dann auch Lehrveranstaltungen zu Krankheiten und Therapie und Notfallmedizin dazu.

Der 2. Abschnitt umfasst das 3. bis 5. Jahr und widmet sich mehr klinischen Themen. Es gibt patientenorientierten Unterricht um das Wissen sowohl über den gesunden als auch den kranken Körper weiter auszuweiten. Lehrveranstaltungen zur Diplomarbeit und zum wissenschaftlichen Arbeiten, Patientenkommunikation wie auch zur Diagnosefindung gehören dazu. Am Ende des 2. Abschnitts legt man das OSCE I (objective structured clinical examination) ab, eine praktische Prüfung zu klinischen Fähigkeiten.

Der 3. Abschnitt enthält das 6. und letzte Studienjahr. Das KPJ (klinisch praktisches Jahr). Hier rotieren Studierende durch unterschiedliche Fächer und arbeiten selber insgesamt 48 Wochen a 35 Wochenstunden im Krankenhaus mit. Am Ende des KPJ steht eine klinische Prüfung, das OSCE II.
Hat man alle Modulprüfungen, OSCEs und die Diplomarbeit positiv abgeschlossen, erhält man den Titel Dr. med. univ. .

Die ersten Semester Zahnmedizin verlaufen sehr ähnlich wie in der Humanmedizin. Der erste Abschnitt dauert jedoch nur 2 Semester. Der zweite Abschnitt umfasst die Studienjahre 2 und 3. Ab dem 5. Semester trennt sich das Zahnmedizinstudium immer mehr vom Humanmedizinstudium und konzentriert sich nun auf den Kopf-Hals-Bereich. Ab dem 6. Semester dreht sich dann alles nur noch um den Mund und den Zahnapparat. Der 3. Abschnitt, die letzten drei Jahre, vertieft das bereits erlangte Wissen und beinhaltet zahnmedizinische Praktika.

 

Medizinische Universität Innsbruck

Auch in Innsbruck besteht das Studium der Humanmedizin aus 3 Abschnitten. Die Vorlesungen werden in KMPs (kumulative Modulprüfung) am Ende des Semesters abgeprüft. Die Praktika haben eigene Eingangsprüfungen.
Der erste Abschnitt, das erste Jahr, vermittelt naturwissenschaftliche Grundlagen, soziale Kompetenzen und beinhaltet auch schon den ersten Sezierkurs.
Der zweite Abschnitt, das zweite und Dritte Jahr, dreht sich um den gesunden und den kranken Körper und vertieft klinische Inhalte. Im dritten Semester findet außerdem ein zweiter, vertiefter, Sezierkurs statt und im 4. Semester legt man eine Prüfung zur Famulaturreife ab. Ab da dürfen Studierende Praktika in Krankenhäusern und Ordinationen absolvieren. Im Verlauf des Studiums müssen zwischen 12 und 18 Wochen Famulatur absolviert werden.
Der dritte Abschnitt umfasst die letzten drei Jahre des Studiums. Zu nächst werden Studierende immer noch spezifischer auf die klinischen Tätigkeiten vorbereitet. Zum Schluss geht es dann ins 6. Studienjahr, das KPJ (klinisch praktisches Jahr), wo die Studierenden insgesamt 48 Wochen a 35 Wochenstunden im Krankenhaus absolvieren und mitarbeiten. Eine Besonderheit in Innsbruck ist dabei dass Studierende bis zu 16 Wochen in einer allgemeinmedizinischen Praxis absolvieren können.
Hat man alle Prüfungen, das KPJ und die Diplomarbeit gut hinter sich gebracht, ist man Dr. med. univ.

Das Zahnmedizinstudium in Innsbruck besteht die ersten drei Jahre fast aus den gleichen Inhalten wie das Humanmedizinstudium. Ab dem dritten Abschnitt werden dann nur noch speziell zahnmedizinische Inhalte vermittelt. Außerdem muss das 72-Wochen Praktikum absolviert werden, im Rahmen dessen man am Patienten lernt und arbeitet. Nach dessen Absolvierung und der Abgabe der Diplomarbeit ist man Dr. med. dent.

 

Johannes Kepler Universität Linz

Anders als an den anderen medizinischen Universitäten in Österreich, ist das Medizinstudium in Linz kein Diplomstudiengang, sondern als Bachelor-Master-Studium konstruiert.

Der Bachelor Humanmedizin dauert 6 Semester und wird mit dem Titel Bachelor of Science abgeschlossen. Dabei können die ersten beiden Jahre wahlweise in Graz oder Linz absolviert werden. Ab dem dritten Jahr sind wieder alle Studenten in Linz. Dabei ist das Semester in ca. 4-5 Module und mehrere Praktika unterteilt.

Im ersten Jahr werden naturwissenschaftliche Grundlagen und der grundlegende Aufbau des menschlichen Körpers besprochen. Es gibt einen Erste-Hilfe-Kurs, den Sezierkurs, eine Einführung in Pharmakologie und auch Kurse über die praktischen Fähigkeiten die man in der Praxis braucht.

Das zweite Jahr konzentriert sich auf einzelne Organsysteme und vertieft die pharmakologischen und anatomischen Kenntnisse (letzteres in einem virtuell-haptischen Praktikum).
In den ersten zwei Jahren wird das Wissen der Studierenden in Semesterabschlussprüfungen überprüft. Im dritten Jahr gibt es dann schriftliche Prüfungen über die einzelnen absolvierten Module.

Das dritte Jahr setzt sich mit Krankheiten und Krankheitsbildern auseinander. Außerdem schreibt man eine Bachelorarbeit und absolviert ein Mal die Woche ein klinisches Praktikum im Krankenhaus.

Während des Bachelorstudiums müssen Studierende insgesamt 4 Wochen Famulatur absolvieren.

Der Master Humanmedizin dauert weitere 6 Semester und wird mit dem Titel Dr. med. univ. abgeschlossen. Es bereitet die Studierenden vertiefend auf das klinisch praktische Jahr (KPJ) und die Tätigkeit als Arzt vor. Neben dem Verfassen einer Masterarbeit müssen zusätzlich noch 8 weitere Wochen Famulatur abgelegt werden.
Wie an den anderen medizinischen Universitäten in Österreich, besteht das letzte Jahr, das KPJ, aus einem 48-wöchigen Praktikum mit 35 Wochenstunden die Studierende in Krankenhäusern verbringen und mitarbeiten.

Zahnmedizin kann man in Linz nicht studieren.