Seit 2016 haben durchschnittlich jährlich rund 12.200 Menschen den MedAT geschrieben und der Trend der Teilnehmerzahl geht langsam nach oben. Ob man am Ende einen Platz bekommt, entscheidet im MedAT-H nicht nur die Leistung im Test, sondern auch, welche Staatsbürgerschaft man besitzt und wo man sein Reifezeugnis, z.B. Matura, erhalten hat. Daraus resultieren drei verschiedene Quoten. Jeder Testteilnehmer wird im Zuge seiner Anmeldung genau einer Quote zugeteilt.

Der MedAT-Z hat seit 2019 keine Quotenregelung mehr.

Die Quoten

Die Österreichquote (Ö-Quote):

  • Alle EU- BürgerInnen, die ihr Reifezeugnis in Österreich oder z.B. einer österreichischen Auslandsschule abgelegt haben
  • EU-BürgerInnen, welche InhaberInnen von Reifezeugnissen aus Luxemburg bzw. Liechtenstein sind
  • InhaberInnen eines Reifezeugnisses einer österreichischen Auslandsschule
    Beispiel:  Holländerin mit österreichischer Matura

Die EU-BürgerInnenquote (EU-Quote):

  • EU- BürgerInnen, die Ihr Reifezeugnis in einem EU Land, ausgenommen Österreich, erworben haben
    Beispiel: Österreicher mit deutschem Abitur

Die Nicht-EU-BürgerInnenquote (N-EU-Quote):

  • StaatsbürgerInnen eines Drittstaates, der nicht Mitglied der EU ist, mit einem der österreichischen Matura gleichgestelltem Reifezeugnis
    Beispiel: Drittstaatenangehöriger mit deutschem Abitur in einer deutschen Auslandsschule

Aufteilung der Plätze

Für jede Quote ist an allen Universitäten in Österreich der gleiche Prozentsatz an Medizinstudienplätzen vorgesehen. 

Für die Ö – Quote sind mindestens 75% der Plätze reserviert. Zusätzlich kämpfen die Teilnehmer der Ö-Quote, die keinen Platz bekommen haben, mit den Teilnehmern der EU-Quote um weitere 20% der Plätze. Die restlichen 5% werden zwischen allen Teilnehmern vergeben, inklusive der Teilnehmer aus der N-EU-Quote.

Als Beispiel die Medizinische Universität Wien mit 660 Plätzen für Humanmedizin:
Als erstes gehen davon immer 495 an die Ö-Quote.
Anschließend werden die restlichen Ö-Quoten Teilnehmer mit der EU-Quote zusammengelegt und die besten 132 erhalten einen Platz.
Als letztes werden die restlichen 33 Plätze an die besten 33 Teilnehmer vergeben, die bisher noch keinen Platz bekommen haben. Egal aus welcher Quote.

Was bedeutet das nun?

Die Idee hinter der Quotenregelung war, dass dadurch mehr Studienplätze an Österreicher und EU-ler gehen. Aus der Erfahrung der letzten Jahre kann man aber davon ausgehen, dass lediglich mehr Plätze an EU-ler gehen werden. Dort ist die Konkurrenz deutlich höher als in der Ö-Quote. Die schlechtesten EU-ler, die noch einen Platz bekommen haben, waren stets besser, als die besten Österreicher, die in der Ö-Quote keinen Platz mehr bekommen haben.

Für die N-EU-ler hingegen wird es dadurch deutlich schwieriger einen Platz zu ergattern, da in der Vergangenheit die besten Österreicher und EU-ler, die keinen Platz in der Ö-Quote bzw. EU-Quote bekommen haben immer besser waren als die besten N-EU-ler.

Quellen 

https://www.medunigraz.at/aufnahmeverfahren-humanmedizin/

https://www.medizinstudieren.at/allgemeine-informationen/studienplaetze-platzvergabe/