Die Entscheidung für ein Medizinstudium ist gefällt, nun stellt sich die Frage: Wo? In Österreich bieten insgesamt acht Universitäten Ausbildungen zum Human- oder Zahnmediziner an, vier davon kostenlos. Die Unis unterscheiden sich unter anderem in Aufbau des Studiums, Prüfungssystem und Schwerpunktsetzung.

Medizinische Universität Wien

Das Studium der Humanmedizin als auch das der Zahnmedizin dauern in Wien zwölf Semester, der Stoff wird in themenverwandten Blöcken unterrichtet. Große Prüfungen, die SIP bzw. Z-SIP für Zahnmediziner, finden meist am Jahresende in Multiple-ChoiceForm statt.

Die Medizinische Universität Wien ist mit 8.000 Studierenden die größte medizinische Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt klar auf der Klinik, auch soziale Kompetenzen und Pharmakologie haben einen hohen Stellenwert in der Lehre.

Medizinische Universität Innsbruck

Ebenfalls in zwölf Semestern und im Modulsystem läuft das Medizinstudium in Innsbruck ab. Wissen wird in Form von Modulprüfungen abgefragt, das heißt, es gibt mehrere Prüfungen im Jahr. Der wissenschaftliche Schwerpunkt liegt an der Medizinischen Universität Innsbruck, die sich als junge, moderner Uni mit langer Tradition versteht, auf der Transplantationsmedizin, den Bio- und den Neurowissenschaften. In der Lehre haben Anatomie und Gesprächsführung hohe Priorität.

Medizinische Universität Graz

Ähnlich wie in Innsbruck wird der Stoff des zwölf Semester dauernden Studiums in Graz in Modulform gelehrt und das Gelernte nach jedem Modul abgeprüft. Schwerpunkte setzt die Medizinische Universität Graz, neben ganzheitlicher Medizin im Sinne des biopsychosozialen Modells, im Bereich Prävention und Nachhaltigkeit im Gesundheitssystem.

Seit ein paar Jahren hat auch Graz dasselbe Aufnahmeverfahren wie Wien, Linz und Innsbruck in Form des gemeinsamen MedAT.

Johannes Kepler Universität Linz

Recht neu in der medizinischen Bildungslandschaft in Österreich ist der Studiengang Humanmedizin an der Johannes Kepler Universität Linz. Die Ausbildung zum Arzt/ zur Ärztin wird hier im Bachelor-Master-System angeboten. Um aufgenommen zu werden, müssen Studierende ebenfalls den MedAT absolvieren. Der neue, mit 240 Plätzen eher kleine Studiengang, steht in enger Kooperation mit der Medizinischen Universität Graz. Während der ersten Semester wird auch in Graz gelehrt. Die Schwerpunkte liegen im Linzer Medizinstudium klar auf der klinischen Alters- und Versorgungsforschung. Zahnmedizin kann in Linz nicht studiert werden.

Paracelsus Medizinische Privatuniversität in Salzburg

Die Salzburger Privatuniversität bildet Mediziner und Medizinerinnen in fünf Jahren aus und kostet pro Jahr 15.500 Euro. Durch die geringe Anzahl von 75 Studierenden pro Jahrgang und der großen Zahl an Lehrenden gestaltet sich der Unterricht sehr praxisnah und effizient. Ein Zahnmedizinstudium wird an der Paracelsus Medizinische Privatuniversität nicht angeboten.

Danube Private University in Krems

In Krems kann man für 26.000 Euro pro Jahr Human- und Zahnmedizin studieren. Nach je 3 Jahren Studiendauer für Bachelor und Master, erhält man den Titel Dr. med. univ.

Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften

Ebenfalls in Krems befindet sich die Karl Landsteiner Privatuniversität an der man für 16.000 Euro pro Jahr Humanmedizin im Bachelor-Master-Programm studieren kann. Nach 6 Jahren schließt man mit dem Titel Dr- med. univ. ab.

Sigmund Freud Privatuniversität

Die SFU in Wien bietet einen gemeinsamen Bachelorstudiengang für Human- und Zahnmedizin an. Im Master kann man sich dann auf ein Fach spezialisieren und nach insgesamt 6 Jahren Studium mit einem Dr. med. univ. oder Dr. med. dent. abschließen. Das Studium der Humanmedizin kostet 25.000 Euro pro Jahr. Das Studium der Zahnmedizin kostet ab dem Master 28.000 Euro pro Jahr.